Erster Stock auf Deutsch-Kurs

Das Webradio „Erster Stock“ ist seit dem 16. Juli auf „deutsche Musik“ umgestiegen. So wird vollmundig auf der ersten Seite angekündigt:

„Die beste deutschsprachige Musik: von Grönemeyer über 2raumwohnung bis Blumfeld, von ärzten über Sportfreunde Stiller bis Tomte, von den golgenen Zitronen über Juli und Silbermond bis Herman Veen, von Kraftwerk über Rammstein bis Ganz schön feist.“ (Link).

Das hört sich doch gut an, zumal der deutschsprachige Raum auch einiges zu bieten hat. So habe ich heute morgen auch munter meinen Winamp mit dem entsprechenden Link gefüttert und war … enttäuscht!
Das Programm besticht nicht gerade mit Vielfalt. Was sich in der Ankündigung wie Eckpunkte anhört scheint in Wirklichkeit fast das gesamte Progamm zu sein. Folgende Gruppen wurden heute morgen gespielt:

Joachim Witt, Silbermond, Ganz schön feist, Lotto King Karl, Oliver Pocher(!), Höhner(!), Fünf Sterne Deluxe, Blumfeld, Palastorchester, Deichkind, 2Raumwohnung und noch zwei, drei andere.

Das hört sich doch gar nicht so schlecht an, nehmen wir mal die Höhner als Altlast aus dem vorherigen Programm aus. Was allerdings erschreckt und sehr, sehr nervt, ist die Frequenz, mit der einige Künstler gespielt werden. Allein „Ganz schön feist“ durfte ich mir in den drei Stunden zehn mal anhören. Das geht einem dann spätestens beim fünften Lied mächtig auf den Senkel und ich bezweifel, das die anvisierte Zielgruppe „ü 30“ so extrem auf a-capella steht. Auch Silbermond und Juni sind in meinen 40-jährigen Augen auch nicht unbedingt etwas, was ich mir mehr als zweimal am Tag anhören muss.
Es gibt durchaus anderes. Es müssen ja nicht BAP, JBO oder die Böhsen Onkels sein…

Fazit: Die Abkehr von Schlager und Volksmusik ist ein richtiger, ein angenehmer Schritt. Bei der Umsetzung hakt es allerdings noch etwas. Aber nach vier Tagen kann natürlich noch nicht alles rund laufen. Ich werde mir den Sender auf jeden Fall noch häufiger für einige Stunden anhören und hoffe, dass die Macher noch ein bißchen an den Feinseintstellungen arbeiten.

Wer sich einen eigenen Eindruck machen möchte, kann dies auf der Hompage von ErsterStock machen.


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